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	Kommentare für Erkenntnisphilosophie	</title>
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	<description>Ein neuer und verständlicher Zugang zu Wirklichkeit und Wahrheit</description>
	<lastBuildDate>Mon, 02 Nov 2026 09:39:15 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Kommentar zu Erkenntnisphilosophie und dialogische Philosophie im Gespräch von Jens Jürgen Korff		</title>
		<link>https://erkenntnisphilosophie.de/erkenntnisphilosophie-und-dialogische-philosophie-im-gespraech-2/#comment-125</link>

		<dc:creator><![CDATA[Jens Jürgen Korff]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Feb 2026 20:24:45 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://erkenntnisphilosophie.de/?p=580#comment-125</guid>

					<description><![CDATA[Als Gefahren für „den kommunikativen Zusammenhang der Gesellschaft“ sehen Sie u. a. Untergangsszenarien, die als „unabwendbare Erkenntnisse“ präsentiert werden, und die Missachtung der Natur als Subjekt, das mit uns Menschen kommuniziert. Als Klimaschützer und Naturschützer habe ich mit beiden Phänomenen zu tun, als Antifaschist und Pazifist zusätzlich mit dem ersten Phänomen, doch alles auf eine recht widersprüchliche Weise. In den eigenen Reihen, in der Klimaschutzbewegung, stoße ich oft auf Untergangsszenarien: Man zeigt einen Planeten, der Fieber hat, in Flammen steht, dessen Inseln und Küstengebiete überflutet werden usw. Alles das wird gerne zusammen mit dem Ruf „Hört auf die Wissenschaft!“ an die Wand gemalt. Als hätte „die Wissenschaft“ als Faktum festgestellt, dass Amsterdam im Jahr 2051 untergehen werde. Das hat sie nicht, denn eine Prognose mag eine gewisse Wahrscheinlichkeit haben, sie ist aber nie ein Faktum. Sie mag Gegenmaßnahmen, also Klimaschutz, zu einem ethischen Gebot machen, aber sie stellt nicht fest, was passieren wird. Schon deshalb nicht, weil Prognosen stets selbst den weiteren Verlauf der Geschichte beeinflussen. Insofern stimme ich Ihrer Einschätzung zu, dass Untergangsszenarien die notwendige Debatte, die immer eine ethische ist um die Frage, wie wir handeln sollen, eher behindern als fördern. 

Das gilt natürlich erst recht für die Untergangsszenarien, die von Nationalisten und Rassisten erzählt werden: »Deutschland schafft sich ab«, der »Bevölkerungsaustausch«, der »Untergang des Abendlandes«. Diese ignorieren einfach, dass die Kinder und Enkelkinder von Migrantinnen selber keine Migranten mehr sind, dass sie sich auf tausendfache Weise an ihr Heimatland, das ihr Geburtsland ist, anpassen und ein Teil davon werden. 

Die Natur als Subjekt der Kommunikation zu sehen wirft Fragen auf. Es gibt eine recht plakative und vordergründige Art, die Natur als Subjekt zu sehen, das ist die Ansicht, die Natur werde sich an den Menschen für die ihr angetane Schmach rächen. Auch diese Ansicht begegnet mir in den eigenen Reihen. Ich halte sie für abwegig, aus zwei Gründen: Sie projiziert niedrige Beweggründe, die es bei manchen Menschen gibt, in die Natur hinein; und sie tut, genau wie die Naturzerstörer, so, als seien Natur und Menschheit zwei getrennte Welten. Wer die Menschen für einen Teil der Natur hält wie ich, für hilfsbereite Affen, die sich morgens die Zähne putzen und Tee trinken, der kann kaum annehmen, dass sich jemand an uns rächen wird. Doch auch diejenigen, die vermeintliche Motive „der Natur“ zu ihren eigenen machen und als Anwälte der Eisbären gegen die Anwälte der Ölkonzerne in den Ring steigen, könnten einem Denkfehler zum Opfer gefallen sein. Sie haben weder die Eisbären noch die Wespenspinnen gefragt, was sie tun sollen. Die Wespenspinnen würden wahrscheinlich antworten: „Es wird wärmer in Mitteleuropa? Das haben wir gemerkt und sind eingewandert. Wo ist das Problem?“

Wie lösen wir das Problem, dass manche Menschen glauben, die Natur gehört zu haben, und andere das bestreiten? Haben die mit den besseren Ohren für die Natur größere Rechte, zusätzliche Stimmrechte bei der Wahl? Wer ist befugt, welche Tier-, Pflanzen- oder Pilzarten im Diskurs zu vertreten? Welchen Arten geben wir Stimmen und welchen nicht? Sind Tiere mehr wert als Pflanzen? Ist eine Mücke mehr wert als eine Linde? Ich glaube, dass solche Fragen uns nicht weiterführen. Ich glaube, dass wir als Menschen, die Hochwasserkatastrophen vermeiden wollen, nur als solche, als Menschen und Kellerbesitzer, gegen Menschen, die ihren Monster-Pickup fahren wollen, auftreten können. 

Zugleich könnte eine solche Bescheidenheit, eine Rücknahme von Allvertretungsansprüchen und ein klares Artikulieren von persönlichen Interessen und Wünschen, im Dialog mit Verbrennungs-Konservativen und Betonköpfen hilfreich sein, weil es die Streitthemen auf den Tisch des Hauses legt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Gefahren für „den kommunikativen Zusammenhang der Gesellschaft“ sehen Sie u. a. Untergangsszenarien, die als „unabwendbare Erkenntnisse“ präsentiert werden, und die Missachtung der Natur als Subjekt, das mit uns Menschen kommuniziert. Als Klimaschützer und Naturschützer habe ich mit beiden Phänomenen zu tun, als Antifaschist und Pazifist zusätzlich mit dem ersten Phänomen, doch alles auf eine recht widersprüchliche Weise. In den eigenen Reihen, in der Klimaschutzbewegung, stoße ich oft auf Untergangsszenarien: Man zeigt einen Planeten, der Fieber hat, in Flammen steht, dessen Inseln und Küstengebiete überflutet werden usw. Alles das wird gerne zusammen mit dem Ruf „Hört auf die Wissenschaft!“ an die Wand gemalt. Als hätte „die Wissenschaft“ als Faktum festgestellt, dass Amsterdam im Jahr 2051 untergehen werde. Das hat sie nicht, denn eine Prognose mag eine gewisse Wahrscheinlichkeit haben, sie ist aber nie ein Faktum. Sie mag Gegenmaßnahmen, also Klimaschutz, zu einem ethischen Gebot machen, aber sie stellt nicht fest, was passieren wird. Schon deshalb nicht, weil Prognosen stets selbst den weiteren Verlauf der Geschichte beeinflussen. Insofern stimme ich Ihrer Einschätzung zu, dass Untergangsszenarien die notwendige Debatte, die immer eine ethische ist um die Frage, wie wir handeln sollen, eher behindern als fördern. </p>
<p>Das gilt natürlich erst recht für die Untergangsszenarien, die von Nationalisten und Rassisten erzählt werden: »Deutschland schafft sich ab«, der »Bevölkerungsaustausch«, der »Untergang des Abendlandes«. Diese ignorieren einfach, dass die Kinder und Enkelkinder von Migrantinnen selber keine Migranten mehr sind, dass sie sich auf tausendfache Weise an ihr Heimatland, das ihr Geburtsland ist, anpassen und ein Teil davon werden. </p>
<p>Die Natur als Subjekt der Kommunikation zu sehen wirft Fragen auf. Es gibt eine recht plakative und vordergründige Art, die Natur als Subjekt zu sehen, das ist die Ansicht, die Natur werde sich an den Menschen für die ihr angetane Schmach rächen. Auch diese Ansicht begegnet mir in den eigenen Reihen. Ich halte sie für abwegig, aus zwei Gründen: Sie projiziert niedrige Beweggründe, die es bei manchen Menschen gibt, in die Natur hinein; und sie tut, genau wie die Naturzerstörer, so, als seien Natur und Menschheit zwei getrennte Welten. Wer die Menschen für einen Teil der Natur hält wie ich, für hilfsbereite Affen, die sich morgens die Zähne putzen und Tee trinken, der kann kaum annehmen, dass sich jemand an uns rächen wird. Doch auch diejenigen, die vermeintliche Motive „der Natur“ zu ihren eigenen machen und als Anwälte der Eisbären gegen die Anwälte der Ölkonzerne in den Ring steigen, könnten einem Denkfehler zum Opfer gefallen sein. Sie haben weder die Eisbären noch die Wespenspinnen gefragt, was sie tun sollen. Die Wespenspinnen würden wahrscheinlich antworten: „Es wird wärmer in Mitteleuropa? Das haben wir gemerkt und sind eingewandert. Wo ist das Problem?“</p>
<p>Wie lösen wir das Problem, dass manche Menschen glauben, die Natur gehört zu haben, und andere das bestreiten? Haben die mit den besseren Ohren für die Natur größere Rechte, zusätzliche Stimmrechte bei der Wahl? Wer ist befugt, welche Tier-, Pflanzen- oder Pilzarten im Diskurs zu vertreten? Welchen Arten geben wir Stimmen und welchen nicht? Sind Tiere mehr wert als Pflanzen? Ist eine Mücke mehr wert als eine Linde? Ich glaube, dass solche Fragen uns nicht weiterführen. Ich glaube, dass wir als Menschen, die Hochwasserkatastrophen vermeiden wollen, nur als solche, als Menschen und Kellerbesitzer, gegen Menschen, die ihren Monster-Pickup fahren wollen, auftreten können. </p>
<p>Zugleich könnte eine solche Bescheidenheit, eine Rücknahme von Allvertretungsansprüchen und ein klares Artikulieren von persönlichen Interessen und Wünschen, im Dialog mit Verbrennungs-Konservativen und Betonköpfen hilfreich sein, weil es die Streitthemen auf den Tisch des Hauses legt.</p>
]]></content:encoded>
		
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		<title>
		Kommentar zu Leseproben von Thomas Bartsch Hauschild		</title>
		<link>https://erkenntnisphilosophie.de/leseprobe/#comment-7</link>

		<dc:creator><![CDATA[Thomas Bartsch Hauschild]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Dec 2023 21:00:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://erkenntnisphilosophie.de/?page_id=16#comment-7</guid>

					<description><![CDATA[Erkenntnis liegt ein Ereignis zu Grunde - mit der äusseren Sinnerfassung, sehen, hören, riechen und schmecken - ein Bild ergibt - ein Gedanke - sich daran erinnern. Ein Fotoalbum des Lebens - einzigartig und individualistisch - nur im Dialog - werden Konturen wahrhaftig durch Wiederholung sichtbar gemacht. REFLEXION ist ein Hilfsmittel im Nachdenken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erkenntnis liegt ein Ereignis zu Grunde &#8211; mit der äusseren Sinnerfassung, sehen, hören, riechen und schmecken &#8211; ein Bild ergibt &#8211; ein Gedanke &#8211; sich daran erinnern. Ein Fotoalbum des Lebens &#8211; einzigartig und individualistisch &#8211; nur im Dialog &#8211; werden Konturen wahrhaftig durch Wiederholung sichtbar gemacht. REFLEXION ist ein Hilfsmittel im Nachdenken.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Kommentar zu Wirklichkeit von Rainer Dyckerhoff		</title>
		<link>https://erkenntnisphilosophie.de/einblicke/wirklichkeit/#comment-5</link>

		<dc:creator><![CDATA[Rainer Dyckerhoff]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Aug 2022 08:22:49 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://erkenntnisphilosophie.de/?page_id=129#comment-5</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://erkenntnisphilosophie.de/einblicke/wirklichkeit/#comment-2&quot;&gt;Toni Kalverbenden&lt;/a&gt;.

Sehr geehrter Herr Kalverbenden, Ihre geäußerten Bedenken und Fragen bestehen völlig zu recht. Die Wirklichkeit ist letztlich „unendlich komplex“, wie Sie sagen. Die Absicht dieses Artikels hier zum Begriff „Wirklichkeit“ war zunächst allerdings nur, ihn in seiner Gesamtgestalt darzustellen bzw. zu charakterisieren und ihn in seinem Verhältnis zum Begriff Wahrheit abzugrenzen.
Für Ihre daran anschließende Fragestellung verweise ich auf die Seite #Begriffsbildung im Glossar: Dort wird Ihre Fragestellung zum Teil bereits beantwortet, nämlich wie unser Erkenntnisfortschritt im Prinzip immer geschieht und bis zu welchen Ergebnissen er führen kann. Im Buch wird das ausführlich und genau beschrieben, insbesondere die qualitativ verschiedenen Stufen der Genauigkeit bzw. Tiefe unserer Begriffe, von auto-relationalen über relative hin zu individuellen Begriffen. Dort sind die von Mensch zu Mensch jeweils verschiedenen „anderen Teilaspekte“ unserer Erkenntnisbemühungen zu finden, von denen Sie sprechen; und dann schließlich können unsere Erkenntnisse auch allgemeingültiger werden, indem sie sich an die Wirklichkeit annähern und angleichen können, nämlich in Form von wirklichkeitsgemäßen Begriffen von den jeweils ganz konkreten Dingen und Phänomenen.
Zu Ihrer Fragestellung gibt es dann noch im Epilog einen längeren Abschnitt, in dem die Problematik thematisiert wird, dass unsere Erkenntnisfortschritte leider(!) immer nur peu à peu stattfinden und allzu oft leider auch in nur sehr langwierigen und mühsamen Prozessen, vor allem gesamtgesellschaftlich gesehen. Allerdings besteht für jeden Menschen jederzeit die Möglichkeit, sich übergeordnete Begriffe für die eigene Lebensorientierung aktiv und bewusst zu erarbeiten und dann auch dementsprechend zu handeln. Mit freundlichen Grüßen, R. Dyckerhoff]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://erkenntnisphilosophie.de/einblicke/wirklichkeit/#comment-2">Toni Kalverbenden</a>.</p>
<p>Sehr geehrter Herr Kalverbenden, Ihre geäußerten Bedenken und Fragen bestehen völlig zu recht. Die Wirklichkeit ist letztlich „unendlich komplex“, wie Sie sagen. Die Absicht dieses Artikels hier zum Begriff „Wirklichkeit“ war zunächst allerdings nur, ihn in seiner Gesamtgestalt darzustellen bzw. zu charakterisieren und ihn in seinem Verhältnis zum Begriff Wahrheit abzugrenzen.<br />
Für Ihre daran anschließende Fragestellung verweise ich auf die Seite #Begriffsbildung im Glossar: Dort wird Ihre Fragestellung zum Teil bereits beantwortet, nämlich wie unser Erkenntnisfortschritt im Prinzip immer geschieht und bis zu welchen Ergebnissen er führen kann. Im Buch wird das ausführlich und genau beschrieben, insbesondere die qualitativ verschiedenen Stufen der Genauigkeit bzw. Tiefe unserer Begriffe, von auto-relationalen über relative hin zu individuellen Begriffen. Dort sind die von Mensch zu Mensch jeweils verschiedenen „anderen Teilaspekte“ unserer Erkenntnisbemühungen zu finden, von denen Sie sprechen; und dann schließlich können unsere Erkenntnisse auch allgemeingültiger werden, indem sie sich an die Wirklichkeit annähern und angleichen können, nämlich in Form von wirklichkeitsgemäßen Begriffen von den jeweils ganz konkreten Dingen und Phänomenen.<br />
Zu Ihrer Fragestellung gibt es dann noch im Epilog einen längeren Abschnitt, in dem die Problematik thematisiert wird, dass unsere Erkenntnisfortschritte leider(!) immer nur peu à peu stattfinden und allzu oft leider auch in nur sehr langwierigen und mühsamen Prozessen, vor allem gesamtgesellschaftlich gesehen. Allerdings besteht für jeden Menschen jederzeit die Möglichkeit, sich übergeordnete Begriffe für die eigene Lebensorientierung aktiv und bewusst zu erarbeiten und dann auch dementsprechend zu handeln. Mit freundlichen Grüßen, R. Dyckerhoff</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Kommentar zu Wirklichkeit von Rainer Dyckerhoff		</title>
		<link>https://erkenntnisphilosophie.de/einblicke/wirklichkeit/#comment-6</link>

		<dc:creator><![CDATA[Rainer Dyckerhoff]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Aug 2022 06:37:02 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://erkenntnisphilosophie.de/?page_id=129#comment-6</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://erkenntnisphilosophie.de/einblicke/wirklichkeit/#comment-3&quot;&gt;Henrik Jäger&lt;/a&gt;.

Sehr geehrter Herr Jäger, zum Sprachstil: Nun ja, philosophische Sprache ist erfahrungsgemäß niemals wirklich flüssig, und ich habe schon sehr viel Arbeit in den Sprachfluss gesteckt. Andererseits hört man immer wieder mal, Deutsch sei eine der besten Sprachen für exakte Philosophie! Das Anglo-Amerikanische hat noch nicht mal einen eigenen Begriff für Erkenntnis: cognition, understanding und realizing sind vieldeutige Worte; mit true-knowing könnte man es auch versuchen, naja …

Zur buddhistischen &quot;Leere&quot;: Nein, wohl eher nicht; denn die buddhistische “Leere“ oder „Leerheit“ bezieht sich meines Wissens nach ausschließlich auf einen Ausnahmezustand des Bewusstseins, nämlich den der sog. „Erleuchtung“.

Wirklichkeitsgemäß für ALLE: Dieses Bedenken erscheint mir nicht ganz logisch im Sinne meines Buches; evtl. ist da verständnismäßig etwas noch nicht ganz klar. Denn „Begriff“ ist hier immer ein „persönlicher Begriff“, nämlich unser persönliches Verständnis von der Sache oder Thematik, um die es geht, und zwar so gut bzw. soweit wie wir sie – eben – begriffen(!) haben (vgl. S.  18 + 46 im Buch). Schaut man den Prozess der Begriffsbildung an (dargestellt in Kap. 5), so kann die Begriffsqualität sich steigern von „auto-relationalen“ über „relative“ und „individuelle“ bis hin zu „wirklichkeitsgemäßen“ Begriffen. In der Qualität „individueller“ Begriffe ergänzen sich die Begriffe verschiedener Menschen widerspruchsfrei (vgl. den eingerückten Abschnitt auf S. 33); darüber hinaus, also auf dem Weg zu „wirklichkeitsgemäßen“ Begriffen, nähert sich das Verständnis der Menschen der Sache bzw. Thematik immer noch weiter an, ihr Begriff wird sozusagen immer gleicher. Denn die Sache bzw. Thematik selbst ist ja so wie sie IST, d. h. letztlich für „ALLE“ dieselbe. Beispiel: Was ist eine (oder was ist das Wesen einer) Primzahl? Alle, die’s wirklich begriffen haben, haben den selben Begriff. Das ist in diesem mathematischen Beispiel so vollkommen unzweifelhaft klar, weil der Begriff der Primzahl absolut ein(!)deutig ist - ein sehr schön sprechendes Wort in diesem Zusammenhang. Das Wort Ein(!)sicht ist auch ein schönes in diesem Zusammenhang.

Metaphern: Nein, das meine ich nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://erkenntnisphilosophie.de/einblicke/wirklichkeit/#comment-3">Henrik Jäger</a>.</p>
<p>Sehr geehrter Herr Jäger, zum Sprachstil: Nun ja, philosophische Sprache ist erfahrungsgemäß niemals wirklich flüssig, und ich habe schon sehr viel Arbeit in den Sprachfluss gesteckt. Andererseits hört man immer wieder mal, Deutsch sei eine der besten Sprachen für exakte Philosophie! Das Anglo-Amerikanische hat noch nicht mal einen eigenen Begriff für Erkenntnis: cognition, understanding und realizing sind vieldeutige Worte; mit true-knowing könnte man es auch versuchen, naja …</p>
<p>Zur buddhistischen &#8222;Leere&#8220;: Nein, wohl eher nicht; denn die buddhistische “Leere“ oder „Leerheit“ bezieht sich meines Wissens nach ausschließlich auf einen Ausnahmezustand des Bewusstseins, nämlich den der sog. „Erleuchtung“.</p>
<p>Wirklichkeitsgemäß für ALLE: Dieses Bedenken erscheint mir nicht ganz logisch im Sinne meines Buches; evtl. ist da verständnismäßig etwas noch nicht ganz klar. Denn „Begriff“ ist hier immer ein „persönlicher Begriff“, nämlich unser persönliches Verständnis von der Sache oder Thematik, um die es geht, und zwar so gut bzw. soweit wie wir sie – eben – begriffen(!) haben (vgl. S.  18 + 46 im Buch). Schaut man den Prozess der Begriffsbildung an (dargestellt in Kap. 5), so kann die Begriffsqualität sich steigern von „auto-relationalen“ über „relative“ und „individuelle“ bis hin zu „wirklichkeitsgemäßen“ Begriffen. In der Qualität „individueller“ Begriffe ergänzen sich die Begriffe verschiedener Menschen widerspruchsfrei (vgl. den eingerückten Abschnitt auf S. 33); darüber hinaus, also auf dem Weg zu „wirklichkeitsgemäßen“ Begriffen, nähert sich das Verständnis der Menschen der Sache bzw. Thematik immer noch weiter an, ihr Begriff wird sozusagen immer gleicher. Denn die Sache bzw. Thematik selbst ist ja so wie sie IST, d. h. letztlich für „ALLE“ dieselbe. Beispiel: Was ist eine (oder was ist das Wesen einer) Primzahl? Alle, die’s wirklich begriffen haben, haben den selben Begriff. Das ist in diesem mathematischen Beispiel so vollkommen unzweifelhaft klar, weil der Begriff der Primzahl absolut ein(!)deutig ist &#8211; ein sehr schön sprechendes Wort in diesem Zusammenhang. Das Wort Ein(!)sicht ist auch ein schönes in diesem Zusammenhang.</p>
<p>Metaphern: Nein, das meine ich nicht.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Kommentar zu Wirklichkeit von Henrik Jäger		</title>
		<link>https://erkenntnisphilosophie.de/einblicke/wirklichkeit/#comment-3</link>

		<dc:creator><![CDATA[Henrik Jäger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Jul 2022 10:58:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://erkenntnisphilosophie.de/?page_id=129#comment-3</guid>

					<description><![CDATA[Ich halte es für ein sehr gelungenes und gut begründetes Werk zum Thema Erkenntnis - untermauert mit viel spiritueller Erfahrung. Mir gefällt, wie Sie sich  mit traditionellen Erkenntnistheorien auseinandersetzen und diese zu neuen, phänomenologischen Ansätzen (Husserl, Schmitz) in Beziehung setzen. Ich habe teilweise Mühe mit dem Sprachstil, - das liegt aber auch daran, dass ich generell Probleme mit dem Stil westlicher Philosophie habe. Ich habe auch Probleme mit dem &quot;absoluten&quot; Wahrheitsanspruch, wie er an manchen Stellen durchscheint - ich glaube es geht eigentlich um die buddhistische &quot;Leere&quot; - oder irre ich mich? Ich glaube nicht, dass Begriffe wirklichkeitsgemäß für ALLE stehen können  - dies hängt aber mit meiner eigenen Auffassung von Sprache zusammen, die weitgehend durch die kognitive Metapherntheorie geprägt ist. Hier habe ich mich gefragt, ob Sie vielleicht Metaphern meinen könnten - da bin ich mir nicht sicher. Insgesamt: Herzlichen Glückwunsch, Sie haben da mit großer Zähigkeit einen &quot;großen Wurf&quot; in die Welt gebracht!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich halte es für ein sehr gelungenes und gut begründetes Werk zum Thema Erkenntnis &#8211; untermauert mit viel spiritueller Erfahrung. Mir gefällt, wie Sie sich  mit traditionellen Erkenntnistheorien auseinandersetzen und diese zu neuen, phänomenologischen Ansätzen (Husserl, Schmitz) in Beziehung setzen. Ich habe teilweise Mühe mit dem Sprachstil, &#8211; das liegt aber auch daran, dass ich generell Probleme mit dem Stil westlicher Philosophie habe. Ich habe auch Probleme mit dem &#8222;absoluten&#8220; Wahrheitsanspruch, wie er an manchen Stellen durchscheint &#8211; ich glaube es geht eigentlich um die buddhistische &#8222;Leere&#8220; &#8211; oder irre ich mich? Ich glaube nicht, dass Begriffe wirklichkeitsgemäß für ALLE stehen können  &#8211; dies hängt aber mit meiner eigenen Auffassung von Sprache zusammen, die weitgehend durch die kognitive Metapherntheorie geprägt ist. Hier habe ich mich gefragt, ob Sie vielleicht Metaphern meinen könnten &#8211; da bin ich mir nicht sicher. Insgesamt: Herzlichen Glückwunsch, Sie haben da mit großer Zähigkeit einen &#8222;großen Wurf&#8220; in die Welt gebracht!</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Kommentar zu Wirklichkeit von Toni Kalverbenden		</title>
		<link>https://erkenntnisphilosophie.de/einblicke/wirklichkeit/#comment-2</link>

		<dc:creator><![CDATA[Toni Kalverbenden]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Jul 2022 12:32:00 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://erkenntnisphilosophie.de/?page_id=129#comment-2</guid>

					<description><![CDATA[Beim Begriff Wirklichkeit sehe ich die Schwierigkeit, dass sie wahrscheinlich unendlich komplex ist. Jede Erkenntnis, die wir über einen Teilaspekt der Wirklichkeit gewinnen, blendet dann sehr viele (oder unendlich viele) möglichen Erkenntnisse über andere Teilaspekte aus. Da jeder Mensch andere Teilaspekte wichtig findet und herausgreift, unterscheiden sich die Erkenntnisse und Begriffe der Menschen stark. Können wir wirklich sehen und entscheiden, ob sich unser Erkenntnisstand &quot;der Wirklichkeit, so wie sie ist&quot;, annähert? Müssten wir dazu nicht eine Ahnung von der gesamten Komplexität haben, die wir aber praktisch niemals haben können? Das macht m. E. den Maßstab Wirklichkeit und die Eigenschaft &quot;wirklichkeitsgemäß&quot; problematisch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Begriff Wirklichkeit sehe ich die Schwierigkeit, dass sie wahrscheinlich unendlich komplex ist. Jede Erkenntnis, die wir über einen Teilaspekt der Wirklichkeit gewinnen, blendet dann sehr viele (oder unendlich viele) möglichen Erkenntnisse über andere Teilaspekte aus. Da jeder Mensch andere Teilaspekte wichtig findet und herausgreift, unterscheiden sich die Erkenntnisse und Begriffe der Menschen stark. Können wir wirklich sehen und entscheiden, ob sich unser Erkenntnisstand &#8222;der Wirklichkeit, so wie sie ist&#8220;, annähert? Müssten wir dazu nicht eine Ahnung von der gesamten Komplexität haben, die wir aber praktisch niemals haben können? Das macht m. E. den Maßstab Wirklichkeit und die Eigenschaft &#8222;wirklichkeitsgemäß&#8220; problematisch.</p>
]]></content:encoded>
		
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